Samstag, 19. Februar 2011

Skitour - Wolekleskarspitze

Andy Schauer und ich waren um 7:00 in Weissenbach verabredet. Andy und ich sind im letzten Winter gemeinsam Ski Cross gefahren. Dieses Jahr war Andy lange Zeit verletzt. Dafür konnte er um so mehr als Pilot der Lufthansa Praxisstunden sammeln. Um 7:10 klingelte bei mir das Telefon, Andy hatte  "die Landung" in Weissenbach verpasst :-) und wartete in Stanzach. Gegen 7:30 gingen wir in Häselgehr los. Unser Ziel war das Wolekleskar, hier wollten wir entscheiden, was wir genau machen.

Der Zustieg durch das Haglertal war angenehmer als ich dachte. Nach 300 Höhenmeter zu Fuß konnten wir endlich die Ski anschnallen. Es war alles ziemlich knusprig. Die ersten 1000 Höhenmeter vergingen recht zügig, der Gesprächsfaden riss nicht ab.

Im Wolekleskar angekommen besprachen wir die Alternativen. Der von mir erhoffte Durchstieg in Richtung Sattelkarspitze sah alles andere als einfach aus, wir haben die Idee daher recht zügig begraben und entschieden uns für die Wolekleskarspitze und eine Abfahrt in das Gliegerkar. Kurz unterhalb vom letzten Aufschwung zum Gipfel richteten wir ein Skidepot ein und gingen zu Fuß weiter. Nach 20 Minuten und Kletterei bis zum II. Grad standen wir auf dem Gipfel. Die Kulisse war wunderschön und Andys Serrano Schinken und Mozzarella sorgten für den gebührenden kulinarischen Rahmen.

Der Abstieg zum Skidepot war noch mal heikel. Wir staunten aber nicht schlecht, tatsächlich noch ein wenig Pulverschnee bei der Abfahrt in das Gliegerkar zu finden. Hammer :-) meinte Andy. Die weitere Abfahrt war dann nicht mehr ganz so lecker, die Beine um so blauer.

Wolekleskar
Andy an der Grenze zwischen Wolekleskar und Gliegerkar
Kletterei zum Gipfel
Ab hier wurde es einfacher
Letzte Meter
Summit
Blick in westliche Richtung, links die Sattelkarspitze , Andy bekommt langsam Farbe :-)
Andy in Action
Ostwand der Sattelkarspitze
Kaum zu glaube, Pulverschnee ins Gliegerkar
:-)
Andys Visitenkarte
:-)
Zurück im fast sommerlichen Lechtal
Tourverlauf: blau = Aufstieg / rot = Abfahrt
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Veröffentlichungen:

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Samstag, 12. Februar 2011

Skitour - Bretterspitze

Es ist seit einigen Tagen richtig warm. Südseitig gibt es verbreitet Frühjahrsverhältnisse, daher habe ich mich auf die nördliche Seite der Hornbachkette begeben und wollte schauen, ob es oben noch Pulverschnee gibt - Ziel Bretterspitze oder Gliegerkarspitze.

Die ersten 500 Höhenmeter von Hinterhornbach in Richtung Kaufbeurer Haus durfte ich tragen und mich teilweise durch den grundlosen Naßschnee hochwühlen. Als zu Fuß nichts mehr ging, versuchte ich es mit Ski weiter. Nach mindestens 100 Kehren, 20 mal Ski ausziehen und mächtig fluchen kam ich nach insgesamt 4 Stunden knapp unterhalb des Karköpfels an.

Die vor mir liegende Querung in Richtung Kaufbeurer Haus hatte ca. 45° und die Verhältnisse waren gelinde ausgedrückt beschissen. Teilweise bis zu einem Meter komplett durchfeuchtete Schneedecke, teilweise ein ca. 10 cm Deckel, der mal trug, mal nicht. Der zu querende Hang mündet in noch steileres Gelände. Ich war alleine unterwegs, für Experimente war kein Raum.

Erkundungstour beendet! Die Tour ist unter dem Motto "Körperertüchtigung und Naturliebhaberei" verbucht :-) - gefahren bin ich keinen einzigen Schwung..

Nordflanken der Klimmspitze
Hochvogel im "Morgenblau"
Blick zu der Urbeleskarspitze, Bretterspitze,  Gliegerkarspitze,  Urbeleskar und zum Kaufbeurer Haus
Mr. Hochvogel & Anfang der Querung, hier habe ich abgebrochen!








Freitag, 4. Februar 2011

Skitour - Krottenkopfscharte - fire in the sky

Die Wettervorhersage und auch der Lawinenlagebericht waren nicht ganz optimal. Der Wetterdienst hatte einige Zentimeter Schnee und Bewölkung angekündigt, der Lawinenwarndienst Tirol sagte:

Die Lawinengefahr ist leicht angestiegen und oberhalb etwa 2000m verbreitet als mäßig einzustufen. Zu beachten sind dabei vor allem frische Triebschneeansammlungen. Diese haben sich gestern in hochalpinen Kammlagen und Triebschneehängen aller Expositionen gebildet. Diese Triebschneepakete sind zwar meist klein, aber relativ leicht auslösbar. Zum Teil reicht dazu schon geringe Zusatzbelastung! Aus steilen, sonnseitigen Hängen ist auch heute vereinzelt mit Selbstauslösungen oberflächlicher Rutsche zu rechnen.



Ich entschied mich, durch das Bernhardstal anzusteigen und dann je nach Verhältnissen zu entscheiden, wohin es geht. Im Hinterkopf hatte ich die Nordostrinne vom Großen Krottenkopf. Toni Brey hatte auch Zeit und wir verabredeten uns gegen 5:00 Uhr in Weissenbach. Um 5:30 gingen wir in Elbigenalp los.

Die ersten 200 Höhenmeter bis zur Gilberalm mussten wir tragen, der Sternenhimmel stimmte uns beide zuversichtlich. Gottseidank waren in den letzten Wochen einige wenige Tourengeher durch das Bernhardstal unterwegs, es war bis zu Karalm gespurt. Kurz vor der Karalm durften wir ein echtes Spektakel erleben, einer dieser Augenblicke, die einem ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern. Spätestens jetzt wußte ich, warum ich so früh aufgestanden war :-). Der ganze Himmel leuchtete rot im Sonnenaufgang, einfach atemberaubend.

Toni und ich sprachen uns kurz ab, verließen die vor einigen Tagen gelegte Spur und beschlossen, die Krottenkopfscharte anzusteuern. Ich wußte, dass die kommenden 200 Höhenmeter kein Spaß sein würden. Latschengelände, teilweise Schnee ohne Grund und bis zu 40° Gelände machten den Aufstieg recht mühevoll. 

An der östlichen Schulter des Ochsenkopfes angekommen öffnete sich die Sicht in das Hermannskar. Die Marchspitze, die Fäulewandspitzen und der Große Krottenkopf sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Es wurde trüb, der Wind wurde heftiger.

Wir querten in nördliche Richtung über einige Lawinenkegel,  östliche Exposition, ca. 40°. Rechts von uns exponiertes Gelände. Toni ließ automatisch einen vernünftigen Abstand. Nach weiteren 30 Minuten standen wir im Boden unterhalb der Krottenkopfscharte. Am südlichen Ausläufer der Ramstallspitze war vor kurzem ein Schneebrett abgegangen, wir konnten genau die Abrisskante sehen. Keine guten Zeichen.

Wir stiegen in den Südhang des Krottenkopfs und hofften, hier evtl. einen Durchstieg in Richtung Krottenkopfscharte zu finden. Die Scharte war nun voll einsehbar, der Hang darunter voll eingeweht. Eine ordentliche Wechte ermunterte nicht gerade zu einem Durchstieg. Wir sprachen kurz und kamen ziemlich schnell zu dem Entschluss, dass ein Versuch absoluter Blödsinn wäre.

Ich versuchte noch, um den östlichen Ausläufer des Krottenkopfs zu gehen, um in das Hermannskar zu kommen. 40° - 45°, solange ich in der südlichen Exposition blieb, war es machbar, weil es einen guten Deckel gab. Weiter östlich kommend wurde es tief und eingeweht. Ein Weitergehen wäre russisches Roulette gewesen, ich kehrte um, wir zogen uns um und aßen einiges.

Es folgte eine wunderschöne Abfahrt in den unteren Bereich des Hermannskars. Von hier stiegen wir  
zurück zu der östlichen Schulter des Ochsenkopfes. Nach einer weiteren Stunde - insgesamt 7,5 Stunden - standen wir am Auto. Keine große Line, aber ein saugeiler Tag in einsamer Gegend.

Fire in the sky
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Mühevoll durch die Latschen
Fotorechte (c) Toni Brey
Blick in Richtung Marchspitze
Fotorechte (c) Toni Brey
Unter dem Großen Krottenkopf
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Krottenkopfscharte, heute leider kein Durchstieg
Fotorechte (c) Toni Brey
Versuch über den östlichen Ausläufer in Richtung Hermannskar zu kommen
Fotorechte (c) Toni Brey
Vorbereitungen
Fotorechte (c) Toni Brey
Fasten your seatbelts
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Lecker
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Kurzschwingen :-)
Fotorechte (c) Toni Brey

:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Blick aus dem Bernhardstal auf die Ramstallspitze
Fotorechte (c) Toni Brey

Tourverlauf: blau = Aufstieg / rot = Abfahrt

Mittwoch, 2. Februar 2011

Skitour - Noppenkar

Der Januar war durchwachsen. Nach dem super Auftakt am 01.01. (siehe hier) bin ich sofort nach St. Johann gefahren, wo ich für die FIS eine Woche beim Ski Cross Weltcup im Einsatz war. Zu Hause angekommen gingen leider der Regen und die Wärmeperiode los, dieser Spuk dauerte fast eine Woche. Danach war ich voll in der Vorbereitung des Ski Cross Weltcups in Grasgehren involviert. Es war nicht so leicht, die Neuschneetage mit dem Räumen des Schnees aus dem Kurs in Grasgehren zu verbringen. Der Erfolg der Veranstaltung war jedoch überwältigend und damit hat sich rückblickend unter dem Strich alles gelohnt. Nachdem ich den Kater am Sonntag und Montag von der Feier :-) auskuriert hatte, war ich nicht mehr zu halten. Toni Brey hatte auch Lust und frei und wir machten uns wieder auf in die Hornbachkette.


Die Lawinenlage war recht vernünftig, die Expositionen Nordwest bis Ost galt es aber mit Vorsicht zu genießen. Ich entschied mich für das Noppenkar. Einerseits interessierte mich der Aufstieg von Köglen und andererseits hoffte ich insgeheim, dass die wunderbaren Rinnen & Osthänge zwischen Söllerkopf und Kreuzkarspitze evtl. doch sicherer sein könnten als die Lawinenlage sagte.

Um 5:00 ging der Wecker, um 6:00 traf ich mich mit Toni in Weissenbach. Der Aufstieg von Köglen ist der einzige Zustieg zu der Hornbachkette, den ich ich bis jetzt nicht erkundet habe. Leider machten die Dunkelheit die Orientierung und das Auffinden des Einstiegs auch nicht leichter. Nach kurzer erfolgloser Suche des Einstiegs in Köglen entschieden wir gezwungenermaßen, durch das Haglertal aufzusteigen.

Der Aufstieg durch das Haglertal war angenehm. Nach ca. 1.000 Höhenmetern standen wir vor dem Luxnacher Sattel 2.093 m. Die Exposition des Aufstiegshanges in den Sattel ist Nordost bis Ost. Von unten konnten wir die Windverfrachtungen sehen, mit vernünftiger Spurwahl schien es uns jedoch machbar und im grünen Bereich. Ich wußte, dass unter dem Felsriegel ein ca. ein Meter breites Band liegt, das einen Durchstieg zum Sattel im steilsten Bereich sicher ermöglichen würde. Der direkte Zustieg war voll eingeweht, die Wechte lachte uns von unten mahnend an. Toni ließ einen guten Abstand. Ich setzte die letzte Kehre an, ging ca. 5 Meter, weitere 4 Meter trennten mich noch vom Felsriegel. Genau in diesem Augenblick krachte es, WUMM, ein ungefähr 10 cm breiter Riss über eine Länge von 5 Metern und 30 cm Tiefe öffnete sich zwischen meinen Beinen. Mein Adrenalinspiegel lag über meinem Kopf. Ich machte die nächsten Schritte zum Felsriegel wie auf Watte, stand nun mit 180 Puls auf dem festen Boden. Toni kam sehr vorsichtig nach.

Das Bild zeigt unten die letzte Kehre vor dem Luxnacher Sattel
Fotorechte (c) Toni Brey
Die letzten Meter vor dem Luxnacher Sattel
Fotorechte (c) Toni Brey
Der Blick aus dem Luxnacher Sattel in das Noppenkar ist der Hammer, am Kamm kann man die Verfrachtungen in dem erwähnten Osthang vom Westwind erahnen
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Querung in das Noppenkar aus dem Luxnacher Sattel verläuft in der westlichen Exposition in einem 35° - 40° Gelände. Es hatte einen sehr harten Firn, mit Fellen auf den Skiern war es nicht machbar. Wir zogen daher die Ski aus und querten das felsdurchsetzte Gelände zu Fuß. Nach weiteren 30 Minuten konnten wir die Ski anziehen und den Rest fahren
Fotorechte (c) Toni Brey
Nun hieß es die Felle wieder aufziehen, wir steuerten die Mitte vom Noppenkar an, um dort zu entscheiden, ob in der östlichen Exposition was machbar war - einladend sah es allemal aus
Fotorechte (c) Toni Brey
Es war ein Genuss, die Spur zu legen
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Kreuzkarspitze - 2.587 m dominiert das Noppenkar im westlichen Bereich. Die Osthänge vom südlichen Ausläufer der Kreuzkarspitze waren leider ziemlich eingeweht, an einen Durchstieg war leider nicht zu denken
Fotorechte (c) Toni Brey
Am Vortag sind in den Südhängen zwischen Kreuzkarspitze und Noppenspitze einige kleine Lawinen abgegangen. Wir entschieden uns, in den Sattel zwischen den beiden Gipfeln hochzusteigen - ca. 300 weitere Höhenmeter
Fotorechte (c) Toni Brey
Kurz vor dem Sattel hieß es: Ski ab!
Fotorechte (c) Toni Brey
Essen, umziehen, trinken, bereitmachen :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) Was will man mehr?
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Kreuzkarspitze im Blick - bald geht's los :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
"1a Pulver" war es nicht mehr - aber ca. 40° - 45° und geil
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) :-) :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Es folgte ein kurzer Anstieg ...
Fotorechte (c) Toni Brey
Fotorechte (c) Toni Brey
... und weiter ging's ... nun im Traumpulver ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... und im Traumgelände ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... einfach genial ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... ein Traumhang nach dem anderen ...
Fotorechte (c) Toni Brey
Die letzten 300 Höhenmeter war Tragen angesagt, zwischenzeitlich waren wir fast 9 Stunden unterwegs
Fotorechte (c) Toni Brey
Ein wenig Wasser haben wir noch übrig gelassen :-)
Fotorechte (c) Toni Brey

Tourverlauf: blau = Aufstieg / rot = Abfahrt

Veröffentlichungen:

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