Mittwoch, 2. Februar 2011

Skitour - Noppenkar

Der Januar war durchwachsen. Nach dem super Auftakt am 01.01. (siehe hier) bin ich sofort nach St. Johann gefahren, wo ich für die FIS eine Woche beim Ski Cross Weltcup im Einsatz war. Zu Hause angekommen gingen leider der Regen und die Wärmeperiode los, dieser Spuk dauerte fast eine Woche. Danach war ich voll in der Vorbereitung des Ski Cross Weltcups in Grasgehren involviert. Es war nicht so leicht, die Neuschneetage mit dem Räumen des Schnees aus dem Kurs in Grasgehren zu verbringen. Der Erfolg der Veranstaltung war jedoch überwältigend und damit hat sich rückblickend unter dem Strich alles gelohnt. Nachdem ich den Kater am Sonntag und Montag von der Feier :-) auskuriert hatte, war ich nicht mehr zu halten. Toni Brey hatte auch Lust und frei und wir machten uns wieder auf in die Hornbachkette.


Die Lawinenlage war recht vernünftig, die Expositionen Nordwest bis Ost galt es aber mit Vorsicht zu genießen. Ich entschied mich für das Noppenkar. Einerseits interessierte mich der Aufstieg von Köglen und andererseits hoffte ich insgeheim, dass die wunderbaren Rinnen & Osthänge zwischen Söllerkopf und Kreuzkarspitze evtl. doch sicherer sein könnten als die Lawinenlage sagte.

Um 5:00 ging der Wecker, um 6:00 traf ich mich mit Toni in Weissenbach. Der Aufstieg von Köglen ist der einzige Zustieg zu der Hornbachkette, den ich ich bis jetzt nicht erkundet habe. Leider machten die Dunkelheit die Orientierung und das Auffinden des Einstiegs auch nicht leichter. Nach kurzer erfolgloser Suche des Einstiegs in Köglen entschieden wir gezwungenermaßen, durch das Haglertal aufzusteigen.

Der Aufstieg durch das Haglertal war angenehm. Nach ca. 1.000 Höhenmetern standen wir vor dem Luxnacher Sattel 2.093 m. Die Exposition des Aufstiegshanges in den Sattel ist Nordost bis Ost. Von unten konnten wir die Windverfrachtungen sehen, mit vernünftiger Spurwahl schien es uns jedoch machbar und im grünen Bereich. Ich wußte, dass unter dem Felsriegel ein ca. ein Meter breites Band liegt, das einen Durchstieg zum Sattel im steilsten Bereich sicher ermöglichen würde. Der direkte Zustieg war voll eingeweht, die Wechte lachte uns von unten mahnend an. Toni ließ einen guten Abstand. Ich setzte die letzte Kehre an, ging ca. 5 Meter, weitere 4 Meter trennten mich noch vom Felsriegel. Genau in diesem Augenblick krachte es, WUMM, ein ungefähr 10 cm breiter Riss über eine Länge von 5 Metern und 30 cm Tiefe öffnete sich zwischen meinen Beinen. Mein Adrenalinspiegel lag über meinem Kopf. Ich machte die nächsten Schritte zum Felsriegel wie auf Watte, stand nun mit 180 Puls auf dem festen Boden. Toni kam sehr vorsichtig nach.

Das Bild zeigt unten die letzte Kehre vor dem Luxnacher Sattel
Fotorechte (c) Toni Brey
Die letzten Meter vor dem Luxnacher Sattel
Fotorechte (c) Toni Brey
Der Blick aus dem Luxnacher Sattel in das Noppenkar ist der Hammer, am Kamm kann man die Verfrachtungen in dem erwähnten Osthang vom Westwind erahnen
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Querung in das Noppenkar aus dem Luxnacher Sattel verläuft in der westlichen Exposition in einem 35° - 40° Gelände. Es hatte einen sehr harten Firn, mit Fellen auf den Skiern war es nicht machbar. Wir zogen daher die Ski aus und querten das felsdurchsetzte Gelände zu Fuß. Nach weiteren 30 Minuten konnten wir die Ski anziehen und den Rest fahren
Fotorechte (c) Toni Brey
Nun hieß es die Felle wieder aufziehen, wir steuerten die Mitte vom Noppenkar an, um dort zu entscheiden, ob in der östlichen Exposition was machbar war - einladend sah es allemal aus
Fotorechte (c) Toni Brey
Es war ein Genuss, die Spur zu legen
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Kreuzkarspitze - 2.587 m dominiert das Noppenkar im westlichen Bereich. Die Osthänge vom südlichen Ausläufer der Kreuzkarspitze waren leider ziemlich eingeweht, an einen Durchstieg war leider nicht zu denken
Fotorechte (c) Toni Brey
Am Vortag sind in den Südhängen zwischen Kreuzkarspitze und Noppenspitze einige kleine Lawinen abgegangen. Wir entschieden uns, in den Sattel zwischen den beiden Gipfeln hochzusteigen - ca. 300 weitere Höhenmeter
Fotorechte (c) Toni Brey
Kurz vor dem Sattel hieß es: Ski ab!
Fotorechte (c) Toni Brey
Essen, umziehen, trinken, bereitmachen :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) Was will man mehr?
Fotorechte (c) Toni Brey
Die Kreuzkarspitze im Blick - bald geht's los :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
"1a Pulver" war es nicht mehr - aber ca. 40° - 45° und geil
Fotorechte (c) Toni Brey
:-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
:-) :-) :-)
Fotorechte (c) Toni Brey
Es folgte ein kurzer Anstieg ...
Fotorechte (c) Toni Brey
Fotorechte (c) Toni Brey
... und weiter ging's ... nun im Traumpulver ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... und im Traumgelände ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... einfach genial ...
Fotorechte (c) Toni Brey
... ein Traumhang nach dem anderen ...
Fotorechte (c) Toni Brey
Die letzten 300 Höhenmeter war Tragen angesagt, zwischenzeitlich waren wir fast 9 Stunden unterwegs
Fotorechte (c) Toni Brey
Ein wenig Wasser haben wir noch übrig gelassen :-)
Fotorechte (c) Toni Brey

Tourverlauf: blau = Aufstieg / rot = Abfahrt

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