Samstag, 7. Mai 2011

Bergtour - Umrundung des Großen Krottenkopfs

Bergtour - Umrundung des Großen Krottenkopfs



Die Wettervorhersage kündigte ein Traum-Wochenende an. Neben meiner normalen Touren-Ausrüstung packte ich diesmal auch meinen Schlafsack und die Isomatte ein, wollte endlich mal wieder eine Nacht in den Bergen unter freiem Himmel verbringen. Ich setzte mich ins Auto, fuhr nach Holzgau und machte mich am Spätnachmittag durch das Höhenbachtal in Richtung Großer Krottenkopf auf.

Mein Übernachtungsziel: Entweder in der Großen Krottenkopfscharte oder am Hermannskarsee, um dann am Samstag durch die Hermannskarscharte in das Öfnerkar zu durchsteigen und mir den Einstieg vom Nordgrat zum Großen Krottenkopf anzusehen.

Das Wetter und die Temperaturen waren wie vorhergesagt astrein und fast schon sommerlich. Der Aufstieg durch das Schwarzbachtal vorbei an den Simms-Wasserfällen und den Roßgumpalpen war sehr reizvoll und abwechslungsreich. Natur pur in seiner ganzen alpinen Schönheit!

Kurz vor der Krottenkopfscharte ( 2.350 m) fing der Himmel plötzlich an, „verrückt“ zu spielen, seine Farben wechselten im Minutentakt. Ich setzte mich hin, machte einige Fotos und genoss diese faszinierende Stimmung, bevor ich wieder aufbrach und bei Dämmerung gegen 21 Uhr die Krottenkopfscharte erreichte. Genau in der Scharte fand ich einen ebenen Schlafplatz, zog mich um, ließ mir meine Specksemmel schmecken. Ich kroch in meinen Schlafsack. Der Himmel im Westen sah immer noch irre aus. Die Sterne strahlten, einer schöner wie der andere. Einige Sternschnuppen verstärkten zusätzlich diese intensiven Eindrücke. Was für Bilder zum Einschlafen! Die Nacht war aber dann doch etwas unruhig. Zwischendurch weckte mich ein Steinschlag an der Rammstalspitze. Es war noch ziemlich kühl.

Die eindrucksvollen Bilder am Himmel im Westen vom Vorabend setzten sich farbenfroh am Morgen im Osten fort, als ich so gegen 5:30 Uhr wach wurde. Mein Schlafsack war mit einer Reifschicht bedeckt. Es war kälter als es sich in der Nacht angefühlt hat. Ich schälte mich aus dem Schlafsack, schoss einige Fotos und genoss erneut das Lichtspektakel.

Der Abstieg von der Scharte in Richtung Hermannskar war noch knüppelhart gefroren. Ich hatte keine Steigeisen dabei und wartete deshalb, bis der oberste Deckel der gefrorenen Firnschicht ein wenig weicher wurde. Gegen 8:30 Uhr machte ich mich auf den Weg in Richtung Hermannskarsee. Das Queren der Schneehänge mit bis zu 45° wäre mit festeren Schuhe und Steigeisen wesentlich leichter und angenehmer gewesen. Aber nun gut, musste es halt so gehen. Aus der Ferne stellte ich fest, dass der Hermannskarsee noch absolut zugefroren aussah. Blöd, ich hatte nämlich kein Wasser mehr. Mit einem Stock konnte ich ein Loch durch eine dünnere Schicht in der Eisdecke durchstoßen und bekam so doch noch was zum Trinken.

Den wunderschönen Aufstieg hinauf zur ca. 250 Meter höher gelegene Hermannskarscharte auf 2.443 m ging ich relativ schnell an. Die Verhältnisse waren nun klasse. Oben angekommen, schaute ich mir den Einstieg zum Nordgrad des Großen Krottenkopfs an. Dort musste ich erneut ca. eine Stunde warten, bis der Schnee in der östlichen Exposition ein wenig weicher wurde. Eine Stunde später hätte ich sicher mehr Spaß beim Abstieg gehabt. Aber der Rückweg durch das Höhenbachtal war dann ein Traum: Temperaturen um die 25 Grad, und wie fast immer in der Hornbachkette - kein Mensch unterwegs! Dafür begegnete ich einer stattlichen und ziemlich fauchenden Kreuzotter. Ein wunderschönes Tier. Eine wunderschöne einsame Tour!


Westhänge unterhalb der Ramstallspitze
wunderschön
Das Licht wechselte jede Minute, erst gelbe Töne ...
... dann gelb-rötliche ...
 ... übergehend ins Rötliche ...
...  Feuerrot ...
 ... es dauerte ca. 30 Minuten ...
... dann wurde es dunkel und in der Nacht bis zu -5°C
Reif auf dem Schlafsack um ca. 6:00 Uhr
Schlafplatz in der Krottenkopfscharte - 2.350 m zwischen Ramstallspitze - 2.533 m
und dem Großen Krottenkopf - 2.656 m 
Sonnenaufgang in der "ersten Reihe"
Logenplatz
Sonnenaufgang über der Hornbachkette
Ordentliche Verfrachtungen
Abstieg von der Krottenkopfscharte in das Hermannskar zum Hermanskarsee
Hermannskarsee
Loch mit Stöcken machen
Wasser holen
Blick auf den Hermannskarsee und die Marchspitze aus der Hermannskarscharte - 2.443 m
Blick aus der Hermannskarscharte - 2.443 m in das Öfnerkar
Hermannskarscharte - 2.443 m aus dam Öfnerkar
"Fette" Kreuzotter 
Abstieg durch das wunderschöne Höhenbachtal
vorbei an den Simms Wasserfällen





Google Earth Karte - Vergrößern durch Anklicken


Download Google Earth KMZ Datei: hier klicken

Dauer: 6-10 Stunden

Höhenmeter: ca. 1.500 Meter

Schwierigkeiten: 
  • teils absolut weglos
  • Schwierigkeiten bis zum I Grad
  • Helm notwendig wegen möglichem Steinschlag beim Aufstieg und Abstieg zu und von der Hermannskarscharte
  • Schnee oft bis in die Sommermonate in einigen Teilen der Tour
  • Abstieg vom Öfnerkar zum Weg links halten
Empfohlene Karte:

Empfohlener Führer: 




Lechtal Homepage: www.lechtal.at





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